Das Lehrlingszeugnis


Auch Auszubildende haben natürlich ein Recht auf ein qualifiziertes Zeugnis vom Betrieb am Ende der Ausbildung. Das Problem: Die meisten Firmen verwenden Standardformulierungen, die sich beim ersten lesen positiv anhören, in Wirklichkeit aber genau das Gegenteil bedeuten. Außerdem wird zum Beispiel durch das Hinzufügen von Selbstverständlichkeiten ein negativer Eindruck vermittelt. Hat sich zum Beispiel ein Auszubildender bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen, heißt das nichts anderes, als daß er völlig unfähig ist. Bei bestimmten Ausbildungsberufen werden positive Aussagen verlangt - wer zum Beispiel an einer Kasse gearbeitet hat, sollte auf den HInweis achten, daß er stets korrekt gearbeitet hat - fehlt der nämlich, muß daraus geschlossen werden, daß der Auszubildende es mit einer exakten Abrechnung nicht so genau genommen hat. Tauchen im Zeugnis fehlerhafte und zu Unrecht negative Formulierungen auf, besteht ein Zeugnisberichtigungsanspruch, der beim Arbeitsgericht geltend gemacht werden muß. Die Richter sind hier bei berechtigten Klagen sehr tolerant und geben dem Auszubildenden häufig Recht. Der Ausbilder muß allerdings auf eine ganz bestimmte Formulierung verklagt werden, der Text muß also bereits vorher überlegt sein. Bei besonders uneinsichtigen Ausbildern kann das Gericht übrigens das gesamte Zeugnis neu formulieren und vom Ausbildungsbetrieb genau diesen Zeugnistext verlangen - natürlich ohne Hinweis auf den verlorenen Prozeß.

Sprachfloskeln


Die ihm/ihr übertragenen Arbeiten wurden stets zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgeführt.

Wir waren in jeder Hinsicht stets zufrieden. Empfehlenswerter Mitarbeiter.

Die ihm/ihr übertragenen Arbeiten wurden zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgeführt.

Wir waren mit dem Einsatz, der Leistung und der Führung immer sehr zufrieden. Empfehlenswerter Mitarbeiter.

Die ihm/ihr übertragenen Arbeiten wurden stets zu unserer vollen Zufriedenheit ausgeführt.

Wir waren mit dem Einsatz, der Leistung und der Führung sehr zufrieden.

Die ihm/ihr übertragenen Arbeiten wurden zu unserer vollen Zufriedenheit ausgeführt.

Wir waren mit dem Einsatz, der Leistung und der Führung zufrieden.

Die übertragenen Arbeiten wurden stets zu unserer Zufriedenheit erledigt. Leistung und Führung waren befriedigend

(= ausreichend, aber nicht gut).

Die übertragenen Arbeiten wurden zu unserer Zufriedenheit erledigt.

Die Leistung war kaum befriedigend

Er/sie war stets bemüht, die übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.

Er/sie hatte immer Mühe, gute Leistungen zu erbringen.

Er/sie hat sich bemüht, die übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.

Manchmal gab er/sie sich Mühe...

Er war fachlich und persönlich überfordert.

Er hatte sehr gute menschliche Eigenschaften und wurde schnell sehr beliebt.

Wenn keine fachliche Qualifikation im Schreiben steht:

fachlich eine Null, an sehr untergeordneter Stelle evtl. zu brauchen.

Er hat die Arbeiten in seinem Interesse und dem der Firma gelöst.

Er klaut, unkorrekt.

Beachtlich war seine Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber.

Kaum zu brauchen bei Neuentwicklungen. Nicht lernfähig.

Er verfügt über ein grosses Fachwissen und zeigt ein gesundes Selbstvertrauen.

Klopft grosse Sprüche, ist aber sonst zu nichts zu gebrauchen.

Seine freundliche, gesellige Art wurde geschätzt.

Fest- und Saufnudel

Er zeigte für die Belegschaft grosses Einfühlungsvermögen.

Stellte während der Arbeitszeit ziemlich jeder Mitarbeiterin im Betrieb nach.

Die gebotenen Leistung lag durchweg im Rahmen der Fähigkeiten.

Er/sie bemühte sich, es kam aber nicht viel heraus.

Er hatte ein gutes Verhältnis zu Vorgesetzten und vermied Spannungen.

Kein eigenes Profil - Ja-Sager

Er/sie entprach unseren Erwartungen.

Nicht zu gebrauchen

Er war freundlich, hilfsbereit und loyal

Fachlich nicht zu brauchen.

Seine Pünktlichkeit war beispielshaft. 

Was sonst?

Er verstand es, die Arbeiten mit vollem Erfolg zu delegieren.

Selber hat er kaum etwas erledigt.

Er erledigte die Arbeiten immer ordnungsgemäss.

Er zeigte keine Eigeninitiative und brauchte Druck.

Er zeigte viel Verständnis für die anfallenden Arbeiten.

Er ist faul.