Schriftliche Abiturprüfung

Nichtteilnahme und Rücktritt (§ 28 BGVO)

  1. Nimmt ein Schüler ohne wichtigen Grund an einem der Prüfungsteile nicht teil, gilt dies als Nichtzuerkennung der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife. Über das Vorliegen eines wichtigen Grundes entscheidet bei der schriftlichen Prüfung der Leiter, bei der mündlichen Prüfung der Vorsitzende
    des Prüfungsausschusses und bei der praktischen Prüfung im Fach Sport der Leiter des Fachausschusses. Der Schüler hat den Grund unverzüglich der Schule mitzuteilen.

  2.  Als wichtigen Grund gilt besonders Krankheit. Auf Verlangen ist ein ärztliches oder amtsärztliches Zeugnis vorzulegen. Hat sich ein Schüler in Kenntnis einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder eines anderen wichtigen Grundes der Prüfung unterzogen, kann dies nachträglich nicht mehr geltend gemacht werden.Der Kenntnis steht die fahrlässige Unkenntnis gleich; fahrlässige Unkenntnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Schüler beim Vorliegen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht unverzüglich eine Klärung herbeigeführt hat.

  3. Sofern und insoweit ein wichtiger Grund vorliegt, gilt die Prüfung als nicht unternommen. Der Schüler kann an der Nachprüfung nach §17 Abs. 2 Satz 2 teilnehmen. In diesem Fall bleiben die bereits erbrachten Prüfungsleistungen bestehen.

  4. Die Schüler sind vor Beginn der Abiturprüfung auf diese Bestimmungen hinzuweisen.
     

Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße (§29 BGVO)

  1. Unternimmt es ein Schüler , das Prüfungsergebnis durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen oder führt er nicht zugelassene Hilfsmittel nach Bekanntgabe der Prüfungsaufgaben mit oder leistet Beihilfe zu einer Täuschung oder einem Täuschungsversuch, liegt eine Täuschungshandlung vor.

  2. Wird während der Prüfung  festgestellt,  dass ein Schüler eine Täuschungshandlung begeht oder einen entsprechenden Verdacht hervorruft, ist der Sachverhalt von einem aufsichtführenden Lehrer  festzustellen und zu protokollieren. Der Schüler setzt die Prüfung bis zur Entscheidung über die Täuschungshandlung vorläufig fort.

  3. Liegt eine Täuschungshandlung vor, wird der Schüler von der weiteren Teilnahme an der Prüfung ausgeschlossen; dies gilt als Nichtzuerkennung  der allgemeinen oder  fachgebundenen Hochschulreife. In  leichten  Fällen kann  stattdessen  die Prüfungsleistung mit der Note "ungenügend" ( 0 Punkte ) bewertet werden.  Die Entscheidung trifft bei der schriftlichen Prüfung der Leiter, bei der mündlichen Prüfung der Vorsitzende des Prüfungsausschusses.

  4. Stellt sich eine Täuschungshandlung erst  nach Aushändigung  des Zeugnisses heraus, kann das Regierungspräsidium das Zeugnis einziehen und entweder ein anderes Zeugnis erteilen oder die Zuerkennung der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife zurücknehmen , sofern seit der Ausstellung des Zeugnisses nicht mehr als 2 Jahre vergangen sind.

  5. Behindert ein Schüler durch sein Verhalten  die Prüfung so schwer, dass es nicht möglich ist, seine Prüfung oder die Prüfung anderer Schüler ordnungsgemäß durchzuführen, wird er von der Prüfung ausgeschlossen; dies gilt als Nichtzuerkennung der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife.
    Absatz 4 Satz 3 gilt entsprechend.

  6. Das Mitführen eines Handys führt zum sofortigen Ausschluss aus der Prüfung.